Die RESI, unser Netto-Null-Firmengebäude der Alpha IC in Bamberg, zeigt, dass zukunftsfähiges Bauen wirtschaftlich sein kann. Die Baukosten des robusten Klinkerbaus ohne klassische Heizung und aktive Kühlung liegen 17 % unter dem BKI-Bundesdurchschnitt mittlerer Standard für Büro- und Verwaltungsgebäude (Kostenstand 2. Quartal 2023).
Wie das gelingen kann, und was alles an Nachhaltigkeit in dem dreigeschossigen Bürobau steckt, rekapitulierte Paul Söhnlein, Organisator und Repräsentant des BVMW e. V. in Oberfranken, in einem unterhaltsamen Interviewgespräch mit unserem Geschäftsführer Richard Weller. Fragen der Teilnehmer:Innen rundeten die Vorstellung ab.
Hier einige besondere Aspekte an Planung, Bau und Betrieb:
- Einer Planungsphase von 18 Monaten steht eine Bauphase von 13 Monaten gegenüber
- Der Wechsel von den früheren Mietflächen in offene Arbeitsräume nach dem Activity-Based-Working-Konzept wurde mit einem aktiven und transparenten Change-Management-Prozess begleitet; die größten Bedenken gab es hinsichtlich der Akustik im offenen Workspace und bezüglich der nicht-öffnenbaren Fenster. Nach mehr als einem Jahr in der Fläche fühlen sich alle Mitarbeitenden wohl in der RESI.
- Die Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer Zech Bau erfolgte im Rahmen eines Garantierter-Maximalpreis-Modells, das die Kosten deckelte und auf partnerschaftliche Open-Book-Verträge setzt.
- Der gesamte Planungs- und Bauprozess ist ein Balanceakt zwischen Gestaltung, Wirtschaftlichkeit, Nutzerkomfort und Funktionalität
- Die Lebenszykluskosten sind entsprechend niedrig, da dank Indach-PV-Anlage und Energiespeicher eine Autarkie von 60 % erreicht wird.
- Im Rahmen der DGNB-Gold-Zertifizierung ist die Ökobilanz mit 100 von 100 Punkten ein wichtiger Pfeiler.
- Nach dem Motto "weniger ist mehr" wurde auf alles, was nicht unbedingt notwendig ist, verzichtet, also auch auf das Verputzen und Abschleifen der Betonwände.
Ein wenig überlegen, musste Richard Weller, als es um die Frage ging, was denn das Detail an oder in der RESI sei, dass am häufigsten übersehen werde. Seine Antwort lautete dann, dass das interne Treppenhaus nicht nur die Alpha IC Arbeitswelten im Erdgeschoss und 1. Obergeschoss verbindet, sondern auch das Firmenlogo abbildet. Das sei jedoch für Besucher:innen und Besucher schwierig zu erkennen.
Jan Hesse, Partner und Experte für Bauphysik und Simulationen, war bei den Planungen von Anfang an dabei. Er führte entsprechend kenntnisreich durch das Gebäude. Sein Fazit: Der gesamte Planungs- und Bauprozess war ein Balanceakt zwischen Gestaltung, Wirtschaftlichkeit, Nutzerkomfort und Funktionalität.
Sebastian Hölzlein, Bauherr und Geschäftsführer der Alpha IC GmbH, hat für den BMVW drei Fragen beantwortet, warum aus Unternehmersicht, nachhaltiges Bauen sinnvoll. Hier geht es zum Interview.