Simulationen als Planungsgrundlage: Bildungscampus Eselsberg
Architektur absichern. Komfort sichtbar machen. Entscheidungen fundieren.
Wie lässt sich ein architektonisch prägnanter Bildungsbau in Holz‑Hybrid‑Bauweise realisieren, der gleichermaßen Lernqualität, energetische Effizienz, Komfort und langfristige Klimaresilienz gewährleistet? Beim Bildungscampus Eselsberg in Ulm waren diese Fragen Kern der Planung.
Der Entwurf von AllesWirdGut Architektur ZT GmbH interpretiert Bildung als gemeinschaftliches Lernen in unterschiedlich dimensionierten, flexibel nutzbaren Räumen. Inspiriert durch das nigerianische Sprichwort „Um ein Kind aufzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“., ist die Fläche organisiert wie ein Dorf mit klaren Bezügen nach innen und außen. Diese Offenheit des Entwurfs, gepaart mit hohen Fensteranteilen, variierenden Raumhöhen und der Materialität des Holzbaus, stellt besondere Anforderungen an Bauphysik, Energiekonzept und Komfortsicherung.
Vom Fachplaner zum Mit‑Entwerfer
Ursprünglich begleitete Alpha IC das Projekt mit klassischen bauphysikalischen Leistungen: Wärmeschutz, Schallschutz sowie Bau‑ und Raumakustik. Bereits in der frühen Entwurfsphase zeigte sich, dass normbasierte Nachweise allein nicht ausreichen würden, um die architektonische Idee verlässlich abzusichern. So wurde vor allem der von den Bauherr:innen definierte Wunsch einer größtmöglichen visuellen Verbindung von innen nach außen, gepaart mit einer Bauweise aus Holz und dem Ziel höchster Energieeffizienz zu einer wesentlichen Herausforderungen für alle Planungbeteiligte.
Gemeinsam mit dem zentralen Gebäudemanagement der Stadt Ulm, AllesWirdGut Architektur und dem TGA‑Planungsbüro zieher technic wurde daher entschieden, den Entwurf frühzeitig auf der Basis von Gebäudesimulationen weiterzuentwickeln. Alpha IC übernahm die Simulationen und damit bewusst die Rolle des integralen Mit‑Entwerfers: als Sparringspartner, der architektonische Entscheidungen nicht nur bewertet, sondern faktenbasiert unterstützt.
Simulation als Entwurfswerkzeug
Im Zentrum standen planungsbegleitende Simulationen zum sommerlichen Wärmeschutz, zur Tageslichtversorgung sowie zu thermischem Komfort und Energiebedarfen. Anders als bei klassischen „kritischen Raum“-Ansätzen wurde der Campus raumweise und ganzheitlich modelliert – als Abbild der tatsächlichen Nutzung, der Geometrien und der Materialität des Holz‑Hybridbaus.
Die Simulationen machten sichtbar,
· wie Fassadengestaltung, Verglasung und Sonnenschutz zusammenspielen
· wie Tageslichtqualität in Lern‑ und Gemeinschaftsbereichen erreicht wird und
· welche Konsequenzen architektonische Entscheidungen auf Heiz‑ und Kühllasten sowie
den thermischen Komfort haben.
So entstanden belastbare Entscheidungsgrundlagen, mit denen Entwurf und Haustechnik gemeinsam weiterentwickelt werden konnten – lange bevor spätere Umplanungen notwendig geworden wären.
Komfort als messbare Qualität
Ein zentrales Ziel des Projekts war es, Komfort nicht nur zu behaupten, sondern bereits in der frühen Planungsphase nachweisbar zu machen. Die Simulationen zeigten, dass die geplanten Raumkonzepte grundsätzlich geeignet sind, gute Tageslichtverhältnisse und eine hohe Aufenthaltsqualität zu erreichen. Gleichzeitig wurden gezielt Optimierungspotenziale identifiziert – etwa bei der Fassadengestaltung, bei Regelungsstrategien oder bei besonders belegungsintensiven Bereichen.
Für Architektur und TGA‑Planung bedeutete das: Sicherheit im Entwurf, Transparenz gegenüber der Bauherrschaft und nachvollziehbare Argumente für technische Entscheidungen.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Gerade in der frühen Entwurfsplanung erwies sich die enge, wertschätzende Zusammenarbeit als entscheidender Erfolgsfaktor. Architektur, Technik und Simulation arbeiteten iterativ und ohne Silodenken zusammen. Entwurfsentscheidungen konnten geprüft, bestätigt oder gezielt weiterentwickelt werden – ohne die gestalterische Freiheit einzuschränken.
Planungssicherheit für einen komplexen Bildungsbau
Der Bildungscampus Eselsberg zeigt, wie integrale Gebäudesimulation bereits in der Entwurfsplanung zu mehr Sicherheit und Qualität führt – insbesondere bei komplexen Bauten mit hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Nutzerkomfort.
Alpha IC versteht sich dabei nicht als Kontrollinstanz, sondern als Teil des Planungsteams mit dem Anspruch, Architektur zu ermöglichen, technische Konzepte realistisch abzusichern und Entscheidungen auf eine belastbare Datenbasis zu stellen.
Kunde |
Stadt Ulm - vertreten durch Zentrales Gebäudemanagement der Stadt Ulm |
Leistungen |
Wärmeschutz, Schallschutz, Bau- und Raumakustik |
Gebäudesimulationen zu: |
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Sommerlicher Wärmeschutz |
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Tageslichtsimulationen |
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Variantenbetrachtung technischer Systeme |
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Energiebedarf |
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Heiz- und Kühllast |
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Thermischer Komfort |
|
Visueller Komfort |
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BGF |
11.500 m² |
Nutzungsarten |
Schulcampus: Grund- und Gemeinschaftsschule, Kindertagesstätte |
Leistungszeitraum |
2024 - ca. 2028 (ab LP0) |
Kunde |
Stadt Ulm - vertreten durch Zentrales Gebäudemanagement der Stadt Ulm |
Leistungen |
Wärmeschutz, Schallschutz, Bau- und Raumakustik |
Gebäudesimulationen zu: |
Sommerlicher Wärmeschutz |
Tageslichtsimulationen |
Variantenbetrachtung technischer Systeme |
Energiebedarf |
Heiz- und Kühllast |
Thermischer Komfort |
Visueller Komfort |
BGF |
11.500 m² |
Nutzungsarten |
Schulcampus: Grund- und Gemeinschaftsschule, Kindertagesstätte |
Leistungszeitraum |
2024 - ca. 2028 (ab LP0) |